Erfreuliche Bilanz nach einem Jahr: Radwegewarte stärken Radverkehr im Landkreis SM

Gastbeitrag von Christopher Eichler

Gut ein Jahr nach Aufnahme ihrer Tätigkeit ziehen die ehrenamtlichen Radwegewarte in den Städten und Gemeinden des Landkreises Schmalkalden-Meiningen eine durchweg positive Bilanz.

In zahlreichen Kommunen konnten engagierte Bürgerinnen und Bürger für diese wichtige Aufgabe gewonnen werden – ein bedeutender Schritt für die nachhaltige Entwicklung der Radinfrastruktur im Landkreis.

Mittlerweile haben unter anderem die Städte Meiningen, Schmalkalden, Oberhof, Zella-Mehlis, Steinbach-Hallenberg und Brotterode-Trusetal sowie die Gemeinden Grabfeld und Breitungen inklusive erfüllender Gemeinden, die Einheitsgemeinde Rhönblick und die Verwaltungsgemeinschaft Hohe Rhön einen oder teilweise sogar zwei Radwegewarte berufen.

Damit ist ein nahezu flächendeckendes Netzwerk entstanden, das den Radverkehr sowohl im Alltag als auch im Tourismus gezielt stärkt.

Vielfältige Aufgaben für sichere und attraktive Radwege

Die Aufgaben der Radwegewarte sind breit gefächert und leisten einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Radwegenetzes.

Die Tätigkeit ist dabei bewusst praxisnah analog des bewährten Konzeptes der Wanderwegwarte angelegt: Regelmäßige Befahrungen, die Ermittlung von Gefahrenstellen oder die Dokumentation von Mängeln gehören ebenso dazu wie die Mitwirkung bei konkreten Projekten.

Je nach kommunaler Struktur übernehmen die Radwegewarte dabei unterschiedliche Rollen: Einige führen kleinere Reparaturen eigenständig durch, andere arbeiten eng mit den kommunalen Bauhöfen zusammen.

Wieder andere dokumentieren ihre Befahrungen systematisch mit Hilfe verschiedener, auch digitaler Tools, und geben die Ergebnisse zur weiteren Bearbeitung an die jeweilige Verwaltung weiter.

Darüber hinaus bringen die Radwegewarte ihr in Schulungen erworbenes Fachwissen aktiv ein – etwa bei der Verbesserung bestehender Infrastruktur oder der Umsetzung neuer Projekte. So leisten sie einen wichtigen Beitrag zu einer praxisnahen und kontinuierlichen Weiterentwicklung des Radverkehrs vor Ort.

Die individuellen Jahresrückblicke der Radwegewarte zeigen, dass das Ehrenamt flexibel ausgestaltet ist und sich an die jeweiligen kommunalen Strukturen anpasst.

Starke Vernetzung als Schlüssel zum Erfolg

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die enge Vernetzung der Radwegewarte. Auf Initiative des Landratsamtes finden regelmäßig Netzwerktreffen statt, die dem Austausch, der Weiterbildung und der Koordination gemeinsamer Projekte dienen.

Die Treffen kombinieren Information, Schulung und Dialog: Neben aktuellen Informationen aus dem Landratsamt stehen Fachvorträge, Schulungen – etwa zur Radverkehrswegweisung, zu digitalen Tools oder rechtlichen Rahmenbedingungen – sowie praxisnahe Themen rund um Planung, Förderung und Umsetzung von Radverkehrsprojekten im Mittelpunkt.

Darüber hinaus bieten die Treffen Raum für den direkten Austausch: Im Rahmen von Rückblicken berichten die Radwegewarte aus ihren Kommunen über umgesetzte Projekte, genutzte digitale Werkzeuge, erfolgreiche Maßnahmen sowie bestehende Herausforderungen.

Diese strukturierte Vernetzung sorgt dafür, dass Erfahrungen geteilt, Synergien genutzt und Lösungen gemeinsam entwickelt werden können.

Auch Franziska Trabert, im Landratsamt unter anderem verantwortlich für touristische Infrastruktur, zieht eine positive Bilanz: „Mit dem Aufbau des Netzwerks der Radwegewarte ist es gelungen, die Verantwortung für den Radverkehr stärker in die Kommunen zu verlagern und hier das Bewusstsein für den Radverkehr zu schärfen.

Ziel bleibt die kontinuierliche Verbesserung der Infrastruktur – sowohl für den Alltagsradverkehr als auch für den Tourismus. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass sich das Modell bereits nach gut einem Jahr bewährt hat und natürlich gerne weiterhin ausgebaut und verbessert werden soll.“

Förderung durch den Landkreis

Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen unterstützt seit 2025 die Kommunen aktiv bei der Etablierung dieses Ehrenamtes. Für jede Kommune bzw. Verwaltungsgemeinschaft wird eine jährliche Aufwandsentschädigung in Höhe von 1.000 Euro bereitgestellt.

Damit würdigt der Landkreis das Engagement der Ehrenamtlichen und schafft zugleich einen Anreiz, die Funktion langfristig zu sichern.

Damit ist der Landkreis Schmalkalden-Meiningen der erste Landkreis in ganz Thüringen, der das Ehrenamt der Radwegewarte in dieser Form finanziell unterstützt und gezielt fördert.

Weitere Informationen und Rückfragen zur Arbeit der Radwegewarte sowie zur Förderung durch den Landkreis:

Franziska Trabert
Stabsstelle Kreisentwicklung – Tourismus

Tel.: 03693 / 485-8391
E-Mail: f.trabert@lra-sm.de